„Heimat“ – ein facettenreicher Begriff

23. Fachgespräch „Junge Migrant(inn)en“ in Mendig

zum Thema Flüchtlinge und Heimat

3.11.2017 | Das 23. Fachgespräch junge Migrant(inn)en des Jugendmigrations- dienstes (JMD) im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. fand zum ersten Mal in Mendig statt. Markus Göpfert, Leiter des Fachdienstes Migration, dankte zur Eröffnung der Pfarrei St. Cyriakus, die das Pfarrheim zur Verfügung gestellt hatte. Lebendig wurde es, als (von links) Siba Gasser, Michael Wolff, Khalil Rashid und Eiad Zahouh und seine Frau mit den Teilnehmern ins Gespräch kamen. Nicht auf dem Foto ist Feven Fissehaye. | Foto: E.T. Müller Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. lenkte mit der Textzeile einer Kölner Band auf die Thematik des Abends: „Heimat es jo net bloß a Wort nur …“. — Im Kontext von Globalisierung und Migration gelte es, neu über die Bedeutung von Heimat nachzudenken. „Gemeinsam mit Ihnen möchten wir von Heimat hören und der Frage nachgehen, welche Relevanz das Erleben von Heimat für die Integration hat. Dabei wird die Sicht von Migrantinnen und Migranten mit eingebunden“, so Fischer. Was aber ist Heimat? Ist es eine Landschaft, sind es Kindheitserfahrungen oder ist Heimat mehr? Ruth Fischer stellte „7 Dimensionen von Heimat“ nach der Theorie von Olaf Kühne und Annette Spellberg vor und charakterisierte vier unterschied- liche Haltungen zum Begriff „Heimat“: der „eingebettete“ Typ, der „gescheiterte Integrationswillige“ Typ 2, der „Ambivalente“ Typ 3 und der „Integrations- verweigerer“ als Typ 4. „Drei Geschichten“ — ein Kurzfilm von Michael Wolff und Siba Gasser (Animationen) setzt sich journalistisch mit dem Begriff „Heimat“ auseinander. Eigens für das Fach- gespräch produziert führt die Dokumentation Schicksale geflüchteter Einzel- personen und von Familien vor Augen. „Ich liebe Syrien, aber ich habe dort keine Zukunft für meine Kinder gesehen“, so Eiad Zahouh. Bei aller Erfahrung von Flucht, Gewalt und Tod zeigen die Interviewten Hoffnung und Freude, dass sie angekom- men sind. Für Khalil Rashid bedeutet Heimat ein „gutes Leben mit guten Freunden“, während Feven Fissehaye Heimat mit Gedankenfreiheit verbindet. Beeindruckend war es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgesprächs, dass fast alle Filmprotagonisten anwesend waren. Auf diesem Hintergrund konnten die Teil- nehmenden ihren persönlichen Heimatbegriff noch einmal ausloten und in den gezeigten Kontext stellen. Eine gute Grundlage also für die Kleingruppengespräche, in denen diskutiert wurde, was der einzelne — ob Neubürger oder Einheimischer — zum Zusammenleben und zur Integration leisten kann. Mehrfach wurde festgestellt, wie wichtig Freunde und Familie für ein Gefühl von „Heimat“ sind. „Seine Familie bei sich zu haben und in Sicherheit zu wissen, trägt sehr, sehr viel zum Gefühl von Heimat bei“, brachte es ein syrischer Familienvater auf den Punkt. Klicken Sie hier, um sich den Film auf YouTube anzuschauen. Ruth Fischer, Sonja Lauterbach, Eva Pestemer und Ania Sikkes vom JMD ist auch dieses spannende Fachgespräch zu verdanken, das mehrere Aufsichten auf „Heimat“ ermöglichte und das Verbindende des facettenreichen Begriffs für Ein- heimische und Flüchtlinge positiv darstellte. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Bildung, Jugend(sozial)arbeit sowie von Behörden, Vereinen und anderen Institutionen stellten sich auch der Frage, welchen Beitrag sie und wir Deutsche leisten können, damit Flüchtlinge in Deutschland Heimat finden.

„Heimat“ – ein facettenreicher

Begriff

23. Fachgespräch „Junge

Migrant(inn)en“ in Mendig

zum Thema Flüchtlinge und

Heimat

3.11.2017 | Das 23. Fachgespräch junge Migrant(inn)en des Jugendmigrations- dienstes (JMD) im Caritasverband Rhein- Mosel-Ahr e.V. fand zum ersten Mal in Mendig statt. Markus Göpfert, Leiter des Fachdienstes Migration, dankte zur Eröffnung der Pfarrei St. Cyriakus, die das Pfarrheim zur Verfügung gestellt hatte. Lebendig wurde es, als (von links) Siba Gasser, Michael Wolff, Khalil Rashid und Eiad Zahouh und seine Frau mit den Teilnehmern ins Gespräch kamen. Nicht auf dem Foto ist Feven Fissehaye. | Foto: E.T. Müller Ruth Fischer vom Jugendmigrationsdienst im Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. lenkte mit der Textzeile einer Kölner Band auf die Thematik des Abends: „Heimat es jo net bloß a Wort nur …“. — Im Kontext von Globa- lisierung und Migration gelte es, neu über die Bedeutung von Heimat nachzudenken. „Gemeinsam mit Ihnen möchten wir von Heimat hören und der Frage nachgehen, welche Relevanz das Erleben von Heimat für die Integration hat. Dabei wird die Sicht von Migrantinnen und Migranten mit einge- bunden“, so Fischer. Was aber ist Heimat? Ist es eine Landschaft, sind es Kindheitserfahrungen oder ist Heimat mehr? Ruth Fischer stellte „7 Dimen- sionen von Heimat“ nach der Theorie von Olaf Kühne und Annette Spellberg vor und charakterisierte vier unterschiedliche Haltungen zum Begriff „Heimat“: der „eingebettete“ Typ, der „gescheiterte Integrationswillige“ Typ 2, der „Ambivalente“ Typ 3 und der „Integrationsverweigerer“ als Typ 4. „Drei Geschichten“ — ein Kurzfilm von Michael Wolff und Siba Gasser (Animationen) setzt sich journalistisch mit dem Begriff „Heimat“ auseinander. Eigens für das Fachgespräch produziert führt die Dokumentation Schicksale geflüchteter Einzelpersonen und von Familien vor Augen. „Ich liebe Syrien, aber ich habe dort keine Zukunft für meine Kinder gesehen“, so Eiad Zahouh. Bei aller Erfahrung von Flucht, Gewalt und Tod zeigen die Interviewten Hoffnung und Freude, dass sie angekommen sind. Für Khalil Rashid bedeutet Heimat ein „gutes Leben mit guten Freunden“, während Feven Fissehaye Heimat mit Gedanken- freiheit verbindet. Beeindruckend war es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachgesprächs, dass fast alle Film- protagonisten anwesend waren. Auf diesem Hintergrund konnten die Teilnehmenden ihren persönlichen Heimatbegriff noch einmal ausloten und in den gezeigten Kontext stellen. Eine gute Grundlage also für die Kleingruppengespräche, in denen diskutiert wurde, was der einzelne — ob Neubürger oder Einheimischer — zum Zusammenleben und zur Integration leisten kann. Mehrfach wurde festgestellt, wie wichtig Freunde und Familie für ein Gefühl von „Heimat“ sind. „Seine Familie bei sich zu haben und in Sicherheit zu wissen, trägt sehr, sehr viel zum Gefühl von Heimat bei“, brachte es ein syrischer Familienvater auf den Punkt. Klicken Sie hier, um sich den Film auf YouTube anzuschauen. Ruth Fischer, Sonja Lauterbach, Eva Pestemer und Ania Sikkes vom JMD ist auch dieses spannende Fachgespräch zu verdanken, das mehrere Aufsichten auf „Heimat“ ermöglichte und das Verbindende des facettenreichen Begriffs für Ein- heimische und Flüchtlinge positiv darstellte. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Bildung, Jugend(sozial)- arbeit sowie von Behörden, Vereinen und anderen Institutionen stellten sich auch der Frage, welchen Beitrag sie und wir Deutsche leisten können, damit Flüchtlinge in Deutschland Heimat finden.