„Zusammen leben – zusammen wachsen“

Fachgespräch des JMD in Mayen mit Kolping „Roadshow

Integration“ und Kino

8.10.2019 | Bereits zum 24. Mal wurde das Fachgespräch junge Migrant(inn)en von Caritas-Mitarbeiterin Ruth Fischer vom JMD eröffnet, diesmal zum Auftakt der Kolping „Roadshow Integration“, dem Star des Abends vor dem Caritas- Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen. Interessierte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Bildung, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sowie von Behörden, Vereinen und anderen Institutionen kamen zum Fachgespräch, das der Jugendmigrationsdienst (JMD) – Franziska Marin, Ruth Fischer, Sonja Lauterbach und Ania Sikkes – zusammen mit dem Dekanat Mayen- Mendig und dem Kolpingwerk Diözesanverband Trier vorbereitet hatte. Die Kolping „Roadshow Integration“ vor dem Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen war der Star des 24. Fachgespräch junge Migrant(inn)en. | Foto: E.T. Müller Herzlich hieß Hugo Nowicki, Vorsitzender des Caritasrates, auch im Namen des Vor- sitzenden Christoph Schmitz und von Caritas-Geschäftsführer Werner Steffens, alle Gäste sowie den Diözesanpräses des Kolpingwerkes im Bistum Trier, Pfarrer Thomas Gerber und Joachim Plitzko, Vorstandsmitglied im Kolping Diözesan- verband, willkommen. Das diesjährige Fachgespräch stand unter dem Motto der bundesweiten Interkulturellen Woche „Zusammen leben – zusammen wachsen“. Ruth Fischer dankte dem Kolpingwerk Deutschland für die gute Kooperation und rief das Jahr 2015 in Erinnerung, als in Deutschland viele Flüchtlinge herzlich begrüßt wurden: „Diese positive Bewertung hat sich ausgewirkt. Fast überall wurden Flüchtlingsnetzwerke gegründet, so z.B. auch in Mayen, die bis heute wirken. Es entstanden enge Kooperationen mit dem Jobcenter, Behörden und freien Trägern. Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre das alles nicht machbar gewesen“, erinnerte Ruth Fischer an das sehr gute Klima – das ein anderes geworden sei: „Geflüchtete Menschen berichten heute von Diskriminierungen, auch bei der Wohnungssuche, wenn nach Herkunft oder Hautfarbe gefragt wird.“ Neue Gesetze wie das Ausländer-Beschäftigungsfördergesetz haben viele Hürden geschaffen, „die es uns als Berater schwermachen, Wege aufzuzeigen.“ Nach diesem neuen Gesetz sei es z.B. möglich, dass geduldete Flüchtlinge ihre Arbeit verlieren, wenn sie keinen Pass beschaffen können. Auch hinter dem „geordneten Rückkehrgesetz“ verberge sich eine restriktive Migrationspolitik. Eine insgesamt tragische Entwicklung, so Fischer, zu der sie auch die 12.780 Toten im Mittelmeer in den Jahren 2015 bis 2018 zählt. Es gab also viele Gründe, die „Kolping Roadshow“ im Innenhof des Mehr- generationenhauses in Mayen aufzustellen. Joachim Plitzko: „Das Infomobil soll für Flüchtlinge sensibilisieren, ein niederschwelliges Angebot für Jung und Alt.“ Durch Shekho Usso wurden die Besucher des Fachgesprächs im Infomobil begleitet und angeleitet. Da gab es durch Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln sowie Videos und Audio-Elemente Hintergrundwissen zu den Themen Flucht, Migration und Integration. Beim 24. Fachgespräch vertieften die Referentinnen vom Kolping Flüchtlingsnetzwerk mit den beiden Workshops „Stammtischparolen“ mit Maren Becker und „Teilhabe als Weg der Integration“ mit Leila Romberg die Thematik. Wie wichtig „Teilhabe auf Augenhöhe“ ist, machte Leila Romberg deutlich. Mit- entscheiden, Miterleben, Mitwissen und Mittun erarbeitete die Gruppe als wesentliche Elemente von Teilhabe. Maren Becker thematisierte in ihrem Workshop Vorurteile, die uns im Alltag sogar helfen können, per se also nicht schlecht sind. Da gibt es negative aber auch positive Vorurteile. Der Haken sei, dass Bilder und Bewertungen zu Rassismus und Diskriminierung führen können. Maren Becker: „Vorurteile bestätigen sich oft, weil man das wahrnimmt, auf was man achtet.“ Man rede sich selber schön, indem der andere schlecht dargestellt werde. Geteilte Vorurteile stärken das Gruppengefühl, verdeutlichte Maren Becker die Dynamik, die schließlich zu Stammtischparolen und menschenverachtenden und emotionalen Vorurteilen führen könne. Bei Halbwahrheiten, Pseudowissen oder auch Lügen bilden Zahlen und Fakten ein Gegengewicht. Voraussetzung für ein Gespräch aber ist, dass man einander wirklich zuhört. Gleich im Anschluss folgten viele der Einladung zur Filmkomödie „300 Worte Deutsch“ ins Corso Kino von Mayen. Und bei aller Heiterkeit ging es auch hier um haarsträubende Vorurteile, ein Film, der Einheimischen und Zugewanderten liebenswürdig und humorvoll den Spiegel vorhielt, sodass es für alle ein Spaß war. Sonja Lauterbach, JMD und Eva Pestemer, Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) bedankten sich bei den Besitzern des Corso-Kinos für die seit vielen Jahren bestehende gute Kooperation, durch die Migration – über das Medium Film – für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zum Thema wird. Das Projekt „Roadshow Integration“ des Kolping Netzwerkes für Geflüchtete wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert. Jugendmigrationsdienste sind Teil der Initiative „JUGEND STÄRKEN“ und werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

„Zusammen leben – zusammen

wachsen“

Fachgespräch des JMD in Mayen

mit Kolping „Roadshow

Integration“ und Kino

8.10.2019 | Bereits zum 24. Mal wurde das Fachgespräch junge Migrant(inn)en von Caritas-Mitarbeiterin Ruth Fischer vom JMD eröffnet, diesmal zum Auftakt der Kolping „Roadshow Integration“, dem Star des Abends vor dem Caritas-Mehrgenerationen- haus St. Matthias in Mayen. Interessierte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den Bereichen Bildung, Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit sowie von Behörden, Vereinen und anderen Institutionen kamen zum Fachgespräch, das der Jugend- migrationsdienst (JMD) – Franziska Marin, Ruth Fischer, Sonja Lauterbach und Ania Sikkes – zusammen mit dem Dekanat Mayen- Mendig und dem Kolpingwerk Diözesan- verband Trier vorbereitet hatte. Die Kolping „Roadshow Integration“ vor dem Caritas- Mehrgenerationenhaus St. Matthias in Mayen war der Star des 24. Fachgespräch junge Migrant(inn)en. | Foto: E.T. Müller Herzlich hieß Hugo Nowicki, Vorsitzender des Caritasrates, auch im Namen des Vor- sitzenden Christoph Schmitz und von Caritas- Geschäftsführer Werner Steffens, alle Gäste sowie den Diözesanpräses des Kolping- werkes im Bistum Trier, Pfarrer Thomas Gerber und Joachim Plitzko, Vorstands- mitglied im Kolping Diözesanverband, willkommen. Das diesjährige Fachgespräch stand unter dem Motto der bundesweiten Interkulturellen Woche „Zusammen leben – zusammen wachsen“. Ruth Fischer dankte dem Kolpingwerk Deutschland für die gute Kooperation und rief das Jahr 2015 in Erinnerung, als in Deutschland viele Flücht- linge herzlich begrüßt wurden: „Diese positive Bewertung hat sich ausgewirkt. Fast überall wurden Flüchtlingsnetzwerke gegründet, so z.B. auch in Mayen, die bis heute wirken. Es entstanden enge Kooperationen mit dem Jobcenter, Behörden und freien Trägern. Ohne die vielen Ehren- amtlichen wäre das alles nicht machbar gewesen“, erinnerte Ruth Fischer an das sehr gute Klima – das ein anderes geworden sei: „Geflüchtete Menschen berichten heute von Diskriminierungen, auch bei der Wohnungs- suche, wenn nach Herkunft oder Hautfarbe gefragt wird.“ Neue Gesetze wie das Ausländer-Beschäftigungsfördergesetz haben viele Hürden geschaffen, „die es uns als Berater schwermachen, Wege aufzu- zeigen.“ Nach diesem neuen Gesetz sei es z.B. möglich, dass geduldete Flüchtlinge ihre Arbeit verlieren, wenn sie keinen Pass beschaffen können. Auch hinter dem „geordneten Rückkehrgesetz“ verberge sich eine restriktive Migrationspolitik. Eine insgesamt tragische Entwicklung, so Fischer, zu der sie auch die 12.780 Toten im Mittel- meer in den Jahren 2015 bis 2018 zählt. Es gab also viele Gründe, die „Kolping Roadshow“ im Innenhof des Mehr- generationenhauses in Mayen aufzustellen. Joachim Plitzko: „Das Infomobil soll für Flüchtlinge sensibilisieren, ein nieder- schwelliges Angebot für Jung und Alt.“ Durch Shekho Usso wurden die Besucher des Fachgesprächs im Infomobil begleitet und angeleitet. Da gab es durch Spiel- und Mitmachaktionen, Texttafeln sowie Videos und Audio-Elemente Hintergrundwissen zu den Themen Flucht, Migration und Integration. Beim 24. Fachgespräch vertieften die Referentinnen vom Kolping Flüchtlings- netzwerk mit den beiden Workshops „Stammtischparolen“ mit Maren Becker und „Teilhabe als Weg der Integration“ mit Leila Romberg die Thematik. Wie wichtig „Teilhabe auf Augenhöhe“ ist, machte Leila Romberg deutlich. Mitentscheiden, Miterleben, Mitwissen und Mittun erarbeitete die Gruppe als wesentliche Elemente von Teilhabe. Maren Becker thematisierte in ihrem Workshop Vorurteile, die uns im Alltag sogar helfen können, per se also nicht schlecht sind. Da gibt es negative aber auch positive Vorurteile. Der Haken sei, dass Bilder und Bewertungen zu Rassismus und Diskriminierung führen können. Maren Becker: „Vorurteile bestätigen sich oft, weil man das wahrnimmt, auf was man achtet.“ Man rede sich selber schön, indem der andere schlecht dargestellt werde. Geteilte Vorurteile stärken das Gruppengefühl, verdeutlichte Maren Becker die Dynamik, die schließlich zu Stammtischparolen und menschenverachtenden und emotionalen Vorurteilen führen könne. Bei Halbwahr- heiten, Pseudowissen oder auch Lügen bilden Zahlen und Fakten ein Gegengewicht. Voraussetzung für ein Gespräch aber ist, dass man einander wirklich zuhört. Gleich im Anschluss folgten viele der Einladung zur Filmkomödie „300 Worte Deutsch“ ins Corso Kino von Mayen. Und bei aller Heiterkeit ging es auch hier um haarsträubende Vorurteile, ein Film, der Einheimischen und Zugewanderten liebenswürdig und humorvoll den Spiegel vorhielt, sodass es für alle ein Spaß war. Sonja Lauterbach, JMD und Eva Pestemer, Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) bedankten sich bei den Besitzern des Corso- Kinos für die seit vielen Jahren bestehende gute Kooperation, durch die Migration – über das Medium Film – für zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zum Thema wird. Das Projekt „Roadshow Integration“ des Kolping Netzwerkes für Geflüchtete wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert. Jugendmigrationsdienste sind Teil der Initiative „JUGEND STÄRKEN“ und werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.